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Capalbio

Trotz meiner Verletzung hatten wir eine gute Nacht, auch wenn der Aufstieg ins Aufstelldach etwas mühsam war . Aber ich sollte/wollte möglichst nicht so viel laufen heute. Deswegen wollten wir es langsam angehen und fuhren nach einem minimalistischen Frühstück, das im Angebot des Campinplatzes inkludiert ist, erst einmal zum Einkaufen. Spannend war, die recht nah am Campingplatz (und auch hörbare) SS1, eine in weiten Strecken vierspurige Schnellstraß zu überqueren um links abzubiegen.  Aber wir schafften es unfallfrei. – Juhu.

Anschließend schauten wir uns das bezaubernde Städchen Capalbio an, das uns wirklich gut gefallen hat. Dort entdeckten wir auch einen kleine Souvenierladen, der lokale Wildschweinsalami anbot. Zurest gönnten wir uns hier einen kleinen Mittagssnack, der uns sosehr von der Salami überzeugte , dass wir uns auf den Rückweg mit einer kompletten Salami eindeckten.

Der nächste Weg führte uns zum Il Giardino dei Tarocchi, wo sich eine Ausstellung mit Werken von Niki de Saint Phalle befindet. Der Andrang war ziemlich groß und wir hatten leider nicht bedacht, dass wir in Coronazeiten vorab hätten eine Reservierung machen müssen. So konnten wir die Ausstellung leider nicht besuchen. Aber den Fuß hochlegen und kühlen war sowieso eine gute Idee, denn wir waren doch wieder einige Kilometer und Höhenmeter gelaufen. Außerdem planten wir nach einem atemberaubenden Sonnenuntergang  den weiteren Verlauf bzw. die nächste Station unserer Reise.

Capalbio Camping Rural

Etwas traurig, dass wir Le Carbonnaie wieder verlassen mussten, aber gespannt auf das, was kommen wird, machten wir uns morgens auf den Weg Richtung Süden. 3 Stunden Fahrt lagen vor uns, wir konnten es ganz entspannt angehen lassen. Der Plan sah vor, dass wir in Alberese einen längeren Zwischenstopp einlegen würden, um uns im Nationalpark Maremma die dort lebenden Tiere wie die besonderen, freilebenden Pferde anzuschauen.

Doch zuerst mussten wir natürlich am Meer einen Stopp einlegen. Im Örtchen Scarlino parkten wir das Auto am Ortsrand, bummelten die uninteressante Strandpromenade entlang und erreichten dann endlich den mittelalterlichen Ortskern. Von dort führte ein steiler, holpriger Weg zur Burg nach oben.

Leider verschätzte ich mich oben angekommen bei einer Stufe, da meine neue Gleitsichtsonnenbrille mir die Welt sehr schief anzeigte. Ich knickte den linken Fuß nach hinten um und schlug mit den Knien auf. Die neue Hose hatte ein Loch und mein Fuß schmerzte höllisch So ein Mist, damit waren alle besonderen Wanderaktivitäten für die nächsten Tage unmöglich geworden!

Langsam schleppte ich mich mit Ralfs Hilfe wieder  nach unten in den Ortskern und war froh, als wir nach gefühlt ewiger Zeit am Auto ankamen. Der Naturpark Maremma war damit auch ad acta gelegt. Stattdessen steuerte Ralf die Halbinsel Monte Argentario an, die wir eigentlich erst am folgenden Tag anschauen wollten. Diese stellte sich zwar als ein wunderschönes Fleckchen Erde heraus, auf dem sich aber viel zu viele Menschen tummelten. Nach einer kurzen Runde durch Porto San Stefano kehrten wir, auch wegen meiner Schmerzen im Fuß, entnervt um und fuhren direkt zu unserem nächsten Campingplatz.

Dieser ist ein sehr urtümlicher Platz. Die Womos stehen hintereinander aufgereiht am Rand eines Spargelfeldes, jeder Stellplatz hat einen eigenen schattigen „Pavillon“, alles ziemlich staubig und der Weg zum Farmhaus, in dem sich hübsche Badezimmer für die Campinggäste befinden und wo es morgen ein kleines inkludiertes Frühstück gibt, war leider ziemlich weit. Ich war trotzdem froh, angekommen zu sein und mit einer 600 Ibu konnte ich die Schmerzen auch ganz gut aushalten. Einzig die hustende Nachbarin nervte ein bisschen, aber wir trösteten uns damit, dass der Abstand recht groß war und wir beide ja geimpft sind.

Agricampeggio Le Carbonnaie

Der Tag stand ganz im Zeichen der Entspannung und Ruhe. Außer dass wir ins Dörfchen spazierten, lasen, aßen und tranken und die tolle Aussicht genossen haben wir nichts getan.

Wir plauderten mit unseren Nachbarn, einer fünfköpfigen Familie aus der Nähe von Karlsruhe und erlebten hautnah ein echtes Kinderdrama mit, als die Familie telefonisch informiert wurde, dass eins der daheim gebliebenen Kaninchen gestorben sei. Viele Tränen flossen, aber man erinnerte sich auch an die schönen Zeiten mit dem geliebten Haustier. Trotzdem rutschten wir immer weiter ins Urlaubsfeeling.

Abends besuchten wir im Dorf noch einmal die Bäckerei, denn hier wird nicht morgens, wie bei uns in Deutschland, der Backofen aufgeheizt und gebacken, sondern abends. Ganz frisch, warm und duftend trugen wir unser Frühstück für morgen zum Campingplatz zurück.

Anreise zum Agricampeggio Le Carbonnaie

Kurz nach der Abfahrt auf die sehr volle Autobahn (gegen 7:30 Uhr!) der erste Schreck: Ralfs Smartphone war nicht auffindbar. Er war überzeugt, das Telefon sei ihm beim Bezahlen am Kassenhäuschen aus der Tasche gefallen, wir müssten wenden und zurückfahren. Nur das nicht; die Verkehrsverhältnisse auf dem LKW-Parkplatz sind morgens, wenn alle aufbrechen sehr aufreibend. Ich fuhr erst einmal einen Parkplatz an und wir fanden das Telefon, es war neben den Sitz gerutscht. Gott sei dank, es konnte weitergehen.

Die Fahrt war geprägt von vielen Stockungen und kleinen Staus, man merkte, dass viele in der Ferienzeit noch anreisten. Den größten Stau bei Modena konnten wir dank der Navigation von Google umfahren und nach gut fünfeinhalb Stunden Fahrt erreichten wir den Campingplatz Agricampeggio Le Carbonnaie, den wir ja noch vom letzten Jahr kannten. Es war toll, wieder hier zu sein. Der Ausblick grandios, die Ruhe perfekt und eine schöne entspannte Atmosphäre. Und das, obwohl der Platz voll belegt war.

Abends ließen wir uns von der Betreiberin bekochen: Ein super leckeres Menü im Garten und die Urlaubsstimmung war perfekt. Da es aber auch hier abends recht kühl war, verschwanden wir nach dem Essen m Bus, wo uns bald schon die Augen zu fielen. Bei himmlischer Ruhe konnten wir super schlafen.

 

 

Heimreise aus der Toskana

Fünf Tage Urlaub vergehen doch ziemlich schnell und mussten wir heute schon wieder nach Hause fahren. Wie immer erfolgte die Abreise mit einem weinenden und einem lachenden Auge: weinend, weil der Urlaub schon vorbei ist und wir natürlich gerne noch weiter die Freiheit und das „Weg-Sein“ genießen würden, lachend , weil wir uns natürlich auch auf unser Zuhause und den dortigen Komfort freuen. Außerdem hatten wir von dem wirklich tollen Campingplatz inzwischen doch genug. Auch ohne Urlaubsende würden wir jetzt so langsam wieder weiter wollen, einen anderen Ort als Standort haben.

Aber so machten wir uns nach einem letzten Frühstück (das italienische Brot werde ich sicher nicht vermissen!) und nach dem entspannten Zusammenpacken auf den langen Weg zurück nach Hause.

Bis zur Mautstation Sterzing hatten wir großes Glück in Bezug auf die Verkehrslage, aber hier hat es sich richtig geknäuelt und es hat sicher eine halbe Stunde gedauert, bevor wir unsere 36 Euro für die Autobahnnutzung seit Pistoia zahlen knnten. Die Zahlstelle am Brenner verlief dagegen (fast wider Erwarten) problemlos, sogar die E-Maut wurde, anders als  bei der Hinfahrt, sogar erkannt.

Trotz vieler Baustellen in Österreich konnten wir dann mehr oder weniger gut durchfahren. Gegen 18 Uhr waren wir dann (ohne Coronatest – die Teststation an der Grenze bei Kiefersfelden nutzten wir nicht, da wir nicht aus einem Risikogebiet einreisten) müde aber zufrieden zuhause. Hier erwarteten uns die gleichen heißen Temperaturen, aber der leichte, angenehme Wind, der auf „Le Carbonnaie“ immer wehte, fehlte.

Alles in allem stellten wir fest, dass es eine gute Entscheidung war, nach Italien zu fahren. Wir haben uns immer sicher gefühlt, hatten ja unsere Aktivitäten entsprechend ausgewählt, und das Wetter (eines unserer Hauptgründe für die Wahl des Urlaubziels) hat alle unsere Erwartungen erfüllt. Auch der Campingplatz hat uns ausnehmend gut gefallen. Wir hatten viel Ruhe und viel Platz um uns herum, unsere Nachbarn waren angenehm und wir hatten ein paar nette Begegnungen.