#alltagsfluchtmobil Version 1.3

Nachdem wir unser erstes Tourenjahr hinter uns gebracht hatten, stellten wir fest, dass in unserem Bus ein paar entscheidende Zentimeter an Kopffreiheit fehlen, um an nicht so schönen Tagen oder an kühlen Abenden bequem drinnen sitzen zu können. Auch entsprach die Optik der Zooom-Bodenplatte nicht dem ästhetischen Empfinden Juttas und die Lösung, diese mit einem Teppich abzudecken, erwies sich auf staubigen Böden als sehr schmutzempfindlich.

Den Boden zu ändern  ließ sich leicht bewerkstelligen. Im Baumarkt ein paar PVC-Dielen geholt, mithilfe der Bodenplatte als Schablone für den Wohnbereich zurechtgesägt, und nachdem die nicht mehr benötigte Sitzschiene entfernt worden war, ließen sich die Dielen eben verlegen.

 

Die Lösung des Problems mit der Kopffreiheit war da schon mit mehr Aufwand verbunden. Für einen ersten Eindruck habe ich mutig den hinteren Dachhimmel entfernt und mir das ganze mal angesehen. Abgesehen von der Höhe, gewinnt man beim Verzicht auf den Himmel auch noch einiges Platz an den oberen Seiten und entdeckt auch noch einige M6-Gewinde, die man prima für Haken und Ösen verwenden kann.

Das nackte Dach mit den Querstreben.

Wir haben uns daraufhin entschieden auf den serienmäßigen Himmel zu verzichten. Kurzfristig hatte ich auch die Idee, die Dachstreben abzuflexen um einen ebenmäßiges Dach zu erhalten, aber eine kurze Recherche hat mich rechtzeitig davon abgehalten. Durch die Entfernung der Streben würde sich die Stabilität des Fahrzeugs verändern und müsste durch eine neue Versteifung, die vom TÜV abgenommen werden muss, ersetzt werden. Also biss ich in den sauren Apfel und wir beschlossen, mit einem unebenen Dach zu leben. (Nach einem halben Jahr Nutzung können wir aber sagen, so richtig stört das nicht im Alltag – Man gewöhnt sich an alles 🙂 )

Es stellte sich dann die Frage der Dämmung. Hier gehen die Meinungen ja erheblich auseinander. Da durch die Fenster und Blechelemente an den Türen von Haus aus erhebliche Kältebrücken entstehen, reichte mir eine Minimaldämmung, die mehr der Erzeugung einer gleichmäßigen Oberfläche, als einer wirklichen Wärmedämmung dienen sollte. Für die „Rillen“ am Dach habe ich das selbstklebende Dämmklebeband von Armaflex 50mm x 3mm genommen. Mit etwas Geschick kann man es auch prima unter den Streben anbringen. Den Raum zwischen den Streben habe ich dann zusätzlich mit 06mm Armaflex Platten versehen. Zusammen mit dem Filz ist das für uns ausreichend gedämmt. Es ist ja auf jeden Fall mehr, als wir es vorher mit dem ursprünglichen Dachhimmel hatten.

Den vorderen Bereich des Himmels habe ich so gelassen wie er war. Der Aufwand bezüglich der Airbags, Mikrofon und anderen Einbauten war dann dann doch zu groß und vorne ist ja auch so genug Kopffreiheit vorhanden. Leider blieb aber so im Übergang aufgrund des Höhenunterschieds ein Hohlraum. Hier habe ich länger experimentiert. Erst versuchte ich es mit starker Pappe, aber diese war zu instabil und verbog sich laufend. Eine Holzkonstruktion habe ich nach dem zweiten Fehlversuch auch aufgegeben. Aber in meinen Werkstattregalen fand sich noch eine alte Rolladenkastenisolierplatte. Diese erwies sich als ideal um sie mit einem Teppichmesser direkt an der Baustelle zurecht zu schneiden um die Lücke stabil zu füllen.

Schließlich stellte sich die Frage, was machen wir mit der mittleren Kabinenleuchte. Es hatte uns auf unseren Touren schon genervt, dass die Innenbeleuchtung nach einigen Minuten ausging und wir im Zweifelsfall im Dunkelne saßen. Aber wozu haben wir eine Zweitbatterie? Durch die Entfernung des Dachhimmels, hatte die Leuchte zwar in der Mitte keinen Platz mehr aber nach einem beherzten Schnitt mit einem scharfen Teppichmesser in den vorderen Dachhimmel konnte sie nach vorne verlegt  werden. Angeschlossen an die Zweitbatterie und mit einer LED-Birne versehen, spendet sie nun gutes Licht.

Da unser Camper jja als Zweisitzer umgeschrieben worden ist, habe ich auch die Gelegenheit genutzt und die Gurte der Rückbank ausgebaut. Die U-Förmigen Halter für den Himmel habe ich mit einer Kombizange und ein paar Hin- und Herbewegungen entfernt und nur ganz am Heck gelassen. Zwischen der letzten Strebe Richtung Heck und Heckklappe (dort habe ich die Halter gelassen) habe ich mit einer 3mm MDF-Platte einen kleinen Zwischenhimmel gezogen, in dem ich zwei LED-Leuchten integriert habe. Die Seitenverkleidung ist geblieben, da ich den Ausbau entlang der Verkleidung ausgerichtet hatte und ich mir für dieses Mal nicht zu viel vornehmen wollte. Mal sehen, vielleicht verschwindet sie dann nächsten Winter.

Den hinteren Teil des Dachhimmels habe ich belassen. Dies hatte zwei Gründe: Es gibt hinten eine Revisionsöffnung für die hintere Fahrzeugverkabelung und außerdem befinden sich diverse Druckknöpfe am hinteren Teil, an dem der Insektenschutz von Zooom angebracht wird. Es ist zwar ein optischer Bruch zum Filz, der aber kaum auffällt. Die Lücken zwischen der Seitenverkleidung, dem alten Dachhhimmelteil und dem neuen verfilzten Dach wurden wieder mit der Rolladenkastenisolierung modelliert und mit Filz verkleidet.

Auch die Lücken zwischen der C-Säule und den Dach habe ich mit Armaflexresten, weiteren Resten der Rolladenkastenisolierung und etwas Ducktape modeliert. Danach wurden alle noch sichtbaren Metallteile nach der Anleitung von Bus4Fun mit Filz verkleidet. Jetzt ist unser „Kleiner“ noch ein Stück gemütlicher geworden.

Nachdem Corona unsere Frühjahrsreisepläne zunichte gemacht hat, hatten wir dann die Gelegenheit genutzt und unser Alltagsfluchtmobil noch ein wenig praktischer zu machen.

Für die kleinen Fluchten zwischendurch