Schmankerlgarage Oberellenbach

Ich wollte in diesem Jahr unbedingt enmal eine der neuen Plattformen testen, die legale Stellplätze außerhalb von Campingplätzen anbieten. An diesem Wochenende, für das die Wetterprognose ausnahmsweise mal wieder gut war, fanden wir diesen netten Platz über Alpacacamping.

Nach eineinhalb Stunden Fahrt kamen wir auf dem Bauernhof im Landkreis Straubing an. Laut Ausschreibung werden hier 3 Stellplätze ohne weitere Versorgung angebote, 15 Euro pro Nacht waren zu zahlen. Wie wir feststellten, kann man den Hof auch über Landvergnügen buchen, aber uns ist es einfach lieber, wenn klare Verhältnisse bezüglich der Bezahlung gelten. Keine unausgesprochene (oder eben doch energisch ausgesprochene) Verpflichtung, im Hofladen einzukaufen, sondern einfach ein Preis pro Übernachtung. Außerdem konnten wir für 2 Nächte buchen, ein echter Vorteil für uns.

Der Platz hat uns gleich gut gefallen mit seinen netten Gastgebern und dem Stellplatz auf der Streuobstwiese. Wir richteten uns ein und bauten erstmals unser Toilettenzelt auf, da dieses Mal die Trockentrenntoilette zu nutzen war. Oder nein – es gab tatsächlich eine winzige rustikale Toilette in einem Verschlag in einer Ecke. Trotzdem „übten“ wir die Nutzung der Kildwick, was auch ganz gut klappte. Dann machten wir einen kleinen Spaziergang ins Dorf und schauten uns einen weiteren Stellplatz des Hofs an, der über eine etwas rumpelige Zufahrt über eine Wiese erreichbar an einem versteckt liegenden Weiher liegt. Wunderschön! Uns hatte die Ausschreibung „nur mit einem Allrad erreichbar“ abgeschreckt, aber bei trockenem Wetter wie jetzt hätten wir den Platz auch mit unserem Mobil erreichen können. Umparken wollten wir jetzt aber auch nicht mehr.

Nach einer guten Nacht kauften wir in der nur samstags geöffneten Böckerei des Dorfs ein leckeres Frühstück und genossen unseren Kaffee bei herrlichem Sonnenschein unter den Bäumen.

Dann besuchten wir die Schmankerlgarage und deckten uns mit Marmelade, Grillsaucen und frischen Biokartoffeln ein, bevor wir uns auf unsere Räder schwangen um eine Radtour zu unternehmen. Leider machten wir auch dieses Mal die Erfahrung, dass die Tourismusämter in Bayern bei ihren Tourenvorschlägen nicht an die Bedürfnisse der Radler denken uns so führte auch diese Tour fast ausschließlich an vielbefahrenen Staatsstraßen ohne Radweg entlang. Nach kurzer Zeit waren wir ziemlich entnervt, so etwas macht uns einfach keinen Spaß, auch wenn die Landschaft recht hübsch war.

Auf dem Rückweg fuhr Ralf dann kurz entschlossen bei einem griechischen Lokal rechts ran und wir gönnten uns ein leckeres Mittagessen, das uns mit der komischen Tour versöhnte.

Zurück auf unserem Stellplatz entspannten wir in der Sonne und beobachteten wie der Platz sich füllte. Letztendlich standen 4 Camper auf den Wiesen ringsum. Das war gegen 17 Uhr den Nachbarn offenbar zu viel. Zuerst wurde über längere Zeit lautstark und ausdauernd der Rasen gemäht, dann wurde am Auto geschliffen und die Krönung war schließlich die Schlagermusik, die in voller Lautstärke eingeschaltet wurde. Leider wollten sich unsere Gastgeber, die von anderen Gästen nach einiger Zeit informiert wurden, dazu nicht äußern und so ging einer der Camper rüber. Es dauerte noch einmal längere Zeit, bevor der erwachsene Sohn des Hofs zu uns kam, aber auch erst nur lauschte, was gesprochen wurde. Angeblich hätte es bis dato noch nie Probleme mit den Nachbarn gegeben und die Gäste hier seien ja auch immer sehr nett und ruhig. Trotzdem stellte sich letztendlich heraus, dass die Nachbarn von den ständig wechselnden Gästen genervt waren und sich in ihrere Privatsphäre verletzt sahen. Es wurde zwar eine Lösung für die Zukunft gefunden und auch die Musik verstummte irgendwann, aber uns war die Lust, dort zu übernachten vergangen.

So packten wir nach dem Essen zusammen, verabschiedeten uns von unseren Gastgebern und fuhren nach Hause, wo wir gegen 22 Uhr ankamen, wo wir eine ruhige Nacht im eigenen Bett verbrachten, nachdem wir uns eine schöne warme Dusche gegönnt hatten.

Das Konzept der Stellplätze auf Bauernhöfen oder auf sonstigen Privatgrundstücken empfinde ich grundsätzlich als positiv, aber es ist halt auch hier so wie immer: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ (Friedrich Schiller, Wilhelm Tell)

Gerade in Bayern wird dies auch sehr kontrovers diskutiert und es bilden sich Bündnisse und Bürgerinitiativen gegen diese Art des Campens mit dem Ziel, dies zu verbieten. Leider wird es für uns dann wohl auch so bleiben, dass wir lieber auf Campingplätzen nächtigen, denn in meiner kostbaren Freizeit habe ich keine Lust auf Konfrontationen dieser Art.

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