Camping Zeh am See, Niedersonthofen – Allgäu

Nach dem Frühstück stiegen wir bei strahlendem Sonnenschein auf unsere E-Bikes, die wir nach der Anschaffung von „Paulchen“ zum ersten Mal dabei hatten und machten uns auf den Weg. Einen genauen Plan, wo es hingehen sollte, hatten wir nicht, visierten erst einmal Immenstat an.

Leider stellte sich heraus, dass Google Maps nicht das geeignete Medium ist, um per Fahrrad auf ruhigen Wegen ein Ziel zu erreichen. So kehrten wir immer wieder um und fuhren zuletzt trotzdem durch eine gewaltige Baustelle. Das war alles andere als schön und so war klar, dass für den Rückweg eine andere Strecke gefunden werden muss.

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Camping Zeh am See, Niedersonthofen – Allgäu

Mittwoch, 11. September 2019

Vor fast genau einem Jahr hatte ich die verwegene Idee, einen zum Camper ausgebauten NV 200, den Alpincamper, zu mieten und ein Probewochenende darin zu verbringen. Ralf stimmte zu, ich startete eine Anfrage, die positiv beschieden wurde. Als Ziel dachte ich mir das Allgäu aus und Google spuckte als eines der ersten Suchergebnisse den Campingplatz Zeh am See aus. Zusammen mit dem coolen Camper ein absoluter Volltreffer, der uns schockverliebt ins Campen hinterließ. So hatte alles begonnen und heute sind froh darüber, weil uns die kleinen und größeren Auszeiten im Camper so gut tun.

Nachdem die Campingsaison so langsam dem Ende zuging und um uns das Warten auf den geplanten Frankreichurlaub zu verkürzen und um das „Jubiläum“ angemessen zu begehen, nahmen wir uns angesichts des angekündigten Traumwetters 2 Tage frei und starteten Mittwochnachmittags Richtung Allgäu. Beide nach anstrengenden Arbeitswochen urlaubsreif.

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Landvergnügen in Neumarkt-St. Veit

Freitag, 30. August 2019

Eigentlich war für dieses Wochenende keine Tour geplant. Da aber die Wetteraussichten gut waren und für die nächsten Tage Herbstwetter angekündigt war, schlug Ralf vor, für eine Übernachtung quasi in die Nachbarschaft zu fahren. Neumarkt-St. Veit liegt am anderen Ende des Landkreises Mühldorf und wir waren bisher noch nie in dieser Ecke.

Freitagsmittags waren wir noch bei meinem Sohn zum Essen eingeladen, danach ging es nach Hause. Packen, die Katzen versorgen und los. Eine gute Stunde später erreichten wir den Hof, der direkt in Sichtweite der Bundesstraße und der Regionalbahn liegt. Trotzdem ein nettes Plätzchen.

Nach der sehr freundlichen Begrüßung durch die Bäuerin durften wir uns aussuchen, ob wir lieber unter dem Apfelbaum oder hinter dem Hof stehen wollten. Obwohl der Platz unterm Baum natürlich schöner gewesen wäre, entschieden wir uns wegen vieler Wespen, die an dem Fallobst naschten, doch für den Hofplatz, der zudem noch den Vorteil hatte, dass WC und Dusche näher lagen. Die Gastgeber waren extrem freundlich und auskunftsfreudig. Keine Spur von Meckern über unverschämte Camper, stattdessen bekamen wir alles erklärt und wurden durch die Haselnussplantage geführt. Weiteres Highlight für mich: der nette Hofhund Rocky.

Bei Sonnenuntergang gab es noch ein stimmungsvolles Abendessen neben einem Holzstapel, in dem das Leben derdort lebenden Kleintiere rumorte. Lange saßen wir noch bei angenehmen Temperaturen, gut mir Autan eingesprüht, draußen. Die Nacht war erstaunlich ruhig, abgesehen von einer lästigen Stechmücke im Auto.

Morgens durften wir die Dusche des Hofs benutzen. Nach dem Frühstück kauften wir noch leckere Haselnüsse und sonstige Dinge im Hofladen ein, bevor es gegen Mittag nach Hause ging. Das Städtchen Neumarkt, dem wir auf dem Weg noch einen Besuch abgestattet hatten, lud leider nicht zu einem längeren Aufenthalt ein.

Auf jeden Fall war es jedoch ein gelungener Ausflug, der ein wenig mit Landvergnügen versöhnt hatte.

Fahrt nach Thüringen

Mittwoch, 14. bis Sonntag, 18. August 2019

Den 15.8. als Feiertag in Bayern wollten wir zusammen mit dem Brückentag nutzen, um endlich meinen großen Bruder in Thüringen zu besuchen.

Gestartet sind wir am Mittwoch am frühen Nachmittag direkt von der Arbeit aus. Der erste Weg führte uns zum Straußenhof Erlbacher im Fränkischen, den wir über Landvergnügen gefunden hatten. Wir hatten als einzige Besucher einen schönen Stellplatz direkt an der Straußenweide, mussten 5 Euro für die Toilettenbenutzung und 5 Euro für den Stellplatz bezahlen. 5 Euro waren als Gutschein einlösbar im Hofladen ab einem Einkauf von 20 Euro. Diese eigenartige Interpretation des Landvergnügen-Gedankens hat uns etwas verärgert, insbesondere weil wir uns während des Einkaufs noch eine Strafpredigt über unverschämte Gäste anhören mussten. „Ja, aber wir kaufen doch bei Ihnen ein und nutzen Sie nicht aus“ konnte ich erwidern, was unseren Gastgeber aber nicht sonderlich besänftigt hat. Trotzdem war das erworbene Straußenfleisch, das wir gleich auf den Grill packten, sehr lecker. (Eigentlich hatten wir vor, auf der Heimreise noch einmal zum Einkaufen hier einzukaufen. Leider musste ich auf Facebook aber lesen, dass Herr Erlbacher populistische Anti-Merkel- und Flüchtlingshetze teilt, weshalb wir dort sicher nichts mehr kaufen werden.)

Am Donnerstag machten wir uns auf die letzten 330 km bis Mühlhausen. Die Fahrt verlief weitgehend störungsfrei. An der Ohratalsperre legten wir eine kurze Pause ein, um uns die Füße zu vertreten und stießen an der Staumauer auf einen netten Imbiss mit lauter leckeren selbst gebackenen und gekochten Dingen. Sehr nett!

 

In Mühlhausen steuerten wir den Campingplatz am Schwanenteich an, auf dem wir einen Stellplatz reserviert hatten, den wir aber aufgrund der angrenzenden Großbaustelle und der sehr, sehr spartanischen Santäreinrichtungen aber flugs wieder verließen. Stattdessen fuhren wir dann zum etwas weiter weg gelegenen Campingplatz Palumpaland, den wir wegen der gemischten Rezensionen im Internet eigentlich meiden wollten. Dort erhielten wir trotz angekündigter christlicher Großveranstaltung noch einen schönen Platz direkt am See.

Vermutlich auch wegen dieser erwarteten Enge wurden wir vom Betreiber auch angewiesen, sehr nah am Nachbarn zu parken. Gut, dass unser „Wohnbereich“ mit dem neu erworbenen und erstmals aufgebauten Vorzelt auf der abgewandten Seite war, so hat das nicht zu sehr gestört. Seltsam fanden wir es trotzdem, weil die Wiese wirklich sehr groß war und es auch im Laufe der kommenden Tage nicht wirklich voll wurde. Außerdem waren die Sanitäreinrichtungen in diesem abgelegenen Teil des Campingplatzes extrem spartanisch. Ein zugiges Holzhaus, wacklige Toilettenkabinen, Duschen ohne die Möglichkeit, etwas trocken abzulegen. Eine glatte 5. Ein weiteres, neues Sanitärgebäude im Hauptbereich war dagegen ganz ok, lag aber mehrere 100 Meter entfernt. Auf diesen Platz zieht es uns nicht mehr hin.

Abends Treffen mit meinem Bruder und en erster Blick auf die Altstadt von Mühlhausen. Sehr schön! Essen dagegen leider nur so naja, „das beste Schnitzelbüffet der Welt“… najaaaa… Danach noch ein Abstecher zum Lieblingsplatz meines Bruders im Sommer, das Popperöder Brunnenhaus mit seiner gewaltigen kreisrund eingefassten Quelle. Einfach magisch, toll! Abschließend noch ein Absacker im „La Cabana“ mit einigen Cocktails, bevor mein Bruder uns wieder am Campingplatz ablieferte. Hier freuten wir uns, dass das Zelt den zwischenzeitlich vergangenen Regenguss heil überstanden hatte und uns eine komfortable Möglichkeit bot, uns für die Nacht vorzubereiten.

Am Freitag erkundetenen wir nach dem Frühstück, also ab dem späten Vormittag, Mühlhausen. Ein wirklich nettes Städtchen mit vielen mittelalterlichen, hübsch hergerichteten Häusern. Nachmittags fuhren wir bei bestem Wetter mit meinem Bruder zum Baumkronenpfad der Nationalparks Hainichen. Sehr beeindruckend, 40 m über diesem gewaltigen Buchenwald zu stehen. Abends dann grillen am See mit leckerem Essen und guten Gesprächen.

Am Samstag stand Kultur auf dem Programm mit dem Besuch von Erfurt und Weimar. Alles sehr schön. Insbesondere Weimar hat mir gut gefallen mit der Bauhaus-Universität, klasszistischen Häuserzeilen und dem Ilm-Park mit Goethes Gartenhaus. Natürlich haben wir auch das Schillerhaus, Goethes Wohnhaus, das Denkmal des Dichterfürsten und das Museum der Weimarer Republik besucht. Und ein gutes Brothaus mit leckeren Stullen und Zimtbrötchen. Danach waren wir „platt“. Mein Bruder lieferte uns am Campingplatz ab, wo wir uns in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen verabschiedeten.

Am Campingplatz war übrigens die christliche Großveranstaltung in vollem Gange mit lauten Ansagen, Auftritten von christlichen Rockbands und Alarmsignalen zum Zusammentrommeln bei irgendwelchen Veranstaltungen. Hat aber nicht sonderlich gestört, im Gegensatz zu einigen Mitcampern, die auch während der Nachtruhe teilweise störend laut waren (zum Beispiel auch elektronische Lautgeber an Angeln. War angeln früher nicht ein ruhiger Sport?)

Zum Wetter: Mittwochnachmittag und -abend teilweise sonnig und schön, kalte Nacht, morgens Standheizung notwendig. Donnerstag kühl, windig, schaurig. Abends und nachts heftige Regenfälle. Freitag teilweise bewölkt, oft sonnig, die meiste Zeit ziemlich warm bis heiß. Wir saßen abends lange draußen, wenn auch mit Pulli bzw. Fleecejacke. Samstag meistens bewölkt, später windig.

Altötting

Freitag, 9. August 2019

Für heute hatten wir Eintrittskarten für ein Open-Air-Konzert von Amy MacDonald in Altötting. Zwar liegt Altötting durchaus in einer Entfernung, die man nach einem Konzertbesuch noch zurücklegen kann, aber wozu haben wir schließlich ein Campmobil? Deshalb wollten wir vor Ort übernachten und zwar zum ersten Mal auf einem kostenlosen Wohnmobilstellplatz. Schließlich darf sich unser Kleiner ja seit gut einer Woche ganz offiziell als Wohnmobil bezeichnen.

Der Platz ist natürlich eigentlich nur ein Parkplatz, der aber ganz schön angelegt und mit Bäumen bewachsen ist. Ein öffentliches WC ist auch vorhanden, was für uns ja immer wichtig ist. Bei unserer Ankunft hatten wir noch die freie Auswahl bei den Plätzen, später war der Platz voll belegt und unser Kleiner sah ziemlich winzig aus zwischen all den großen Wohnmobilen.

Nachdem wir unser Mobil eingerichtet hatten, erkundeten wir das Städtchen, in dem ich bisher noch nie gewesen war. Sehr skurril, dieser Marienkult. Gruselig, die Gnadenkapelle und die „Tilly-Gruft“.

Es war sehr, sehr heiß an diesem Tag, auch während des tollen Konzerts. Aufgrund der Temperaturen konnten wir beide nicht besonders gut schlafen – wir müssen uns noch etwas wegen der Schlafsäcke einfallen lassen, viel zu warm bei diesen Temperaturen.

Fazit: Der Platz war ok. Wir haben nette Gespräche mit den Nachbarn geführt, aber als Schlafstätte gefällt uns ein Campingplatz besser. Ist einfach mehr Camping. 😉